Phase 1: Zielrolle und Ausschreibung auseinanderhalten
Beginnen Sie mit zwei getrennten Dokumenten: Ihrem Ziel und dem Wortlaut der Anzeige. Lassen Sie Muss-Anforderungen, gewünschte Kenntnisse, Aufgaben und organisatorische Angaben aus der Anzeige extrahieren, ohne schon zu behaupten, dass Sie dazu passen.
So entsteht eine Arbeitsliste statt eines Werbetexts. Unklare Begriffe oder fehlende Angaben werden Fragen für die weitere Recherche, nicht automatisch eigene Stärken.
- Zielrolle – Welche Aufgabe möchten Sie künftig tatsächlich übernehmen?
- Muss-Anforderung – Was verlangt die Anzeige ausdrücklich?
- Wunsch-Anforderung – Was wird bevorzugt, aber nicht als Voraussetzung genannt?
- Offen – Welche Abkürzung, Aufgabe oder Rahmenbedingung ist noch unklar?
Phase 2: Für jede Anforderung einen eigenen Beleg suchen
Ordnen Sie der Arbeitsliste nur Beispiele zu, die Sie selbst erlebt haben. Ein Beleg besteht aus Ausgangslage, eigener Handlung, nachvollziehbarem Ergebnis und Bezug zur neuen Aufgabe. Wo kein Beleg vorhanden ist, bleibt das Feld offen.
Kennzahlen sind nicht zwingend. Eine konkrete Größenordnung oder sichtbare Veränderung ist nur dann sinnvoll, wenn sie aus Unterlagen oder sicherer Erinnerung stammt.
Erst abgleichen, dann formulieren
Schreib mich passend für diese Stelle und ergänze, was noch fehlt.
Extrahiere aus der Stellenanzeige Muss-Anforderungen, Wunsch-Anforderungen und Aufgaben. Vergleiche sie ausschließlich mit meinen bestätigten Stichpunkten. Lege eine Tabelle mit Anforderung, vorhandenem Beleg und offener Rückfrage an. Ergänze keine Kenntnisse, Zeiträume oder Erfolge.
Phase 3: Aus der Belegliste passende Unterlagen bauen
Erst jetzt kann die KI Varianten für Profil, Lebenslauf-Stichpunkte oder Anschreiben formulieren. Geben Sie für jedes Dokument einen eigenen Zweck vor: Der Lebenslauf zeigt Stationen und passende Beiträge; das Anschreiben verbindet ausgewählte Belege mit der konkreten Aufgabe.
Übernehmen Sie keine Formulierung nur deshalb, weil sie professionell klingt. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, KI-Texte zu prüfen und an die eigene Person sowie die Stellenanzeige anzupassen.
- Profil – zwei bis drei belegte Schwerpunkte statt allgemeiner Superlative
- Lebenslauf – relevante Aufgaben mit korrektem Zeitraum und eigener Rolle
- Anschreiben – Motivation plus ein oder zwei passende Belege, keine Wiederholung des gesamten Lebenslaufs
- E-Mail oder Portal – verlangte Dateiformate, Felder und Anlagen anhand der Anzeige kontrollieren
Phase 4: Konsistenzprüfung und Gesprächsvorbereitung
Vergleichen Sie Namen, Zeiträume, Rollen und Qualifikationen zwischen Lebenslauf, Anschreiben, Profil und Nachweisen. Widersprüche entstehen leicht, wenn mehrere KI-Varianten unabhängig bearbeitet werden.
Nutzen Sie die finale Belegliste für Gesprächsfragen: Welches Beispiel kann ich in zwei Minuten erklären? Was war mein eigener Anteil? Welche Angabe muss ich noch prüfen? Das bereitet auf Rückfragen vor, ohne Antworten auswendig zu erfinden.
- Jede Aussage ist in eigenen Worten erklärbar
- Jede Qualifikation stimmt mit Nachweis oder tatsächlicher Erfahrung überein
- Zeitangaben widersprechen sich nicht zwischen Dokumenten
- Jede wichtige Anforderung ist belegt oder bewusst als Lücke erkannt
